Damenmode 1920:
Die 20er waren sehr wild. Das Jazz Age erfordert viel Beweglichkeit und deshalb trugen die Damen keine Korsette mehr. Diese Korsette wurden durch Unterwäsche abgelöst, die nicht auftrugen und nicht allzu viel bedeckten. Es gab zum Beispiel Hemdhöschen und Zweiteiler aus Seide, die mit Spitze verziert waren und meistens aus Pastellfarbiger Baumwolle gemacht waren.
Da die Androgynität anfangs 1920 sehr gefragt war, wollten die Frauen möglichst Jungenhaft aussehen und deshalb trugen manche, trotz der Hinderung sich frei zu bewegen, ein Korsett, dass die Brust abflachte. Die Hängekleider halfen auch, die Weiblichen Konturen der Frauen zu verdecken. Die Taille sank bis fast unter die Hüfte. Der Schnitte der Kleider waren fast immer gleich und sie unterschieden sich nur von den Farben, Stoffe und Mustern.
Der Exotische Einfluss durch archäologische Funde und die Kolonisierung waren in den 20er auch sehr angesagt. Die Frauen trugen Turbane und andere Schmuckstücke, insbesonders Kleidungsstücke von Ägypten und dem Orient. Modedesigner und Künstler inspirierten sich gegenseitig und die Mode wurde immer ausgefallener.
Die Strümpfe waren neuerdings aus Rayon (Kunstseide), die meistens hautfarbig waren. Solche Strümpfe galten als nackt und besonders sexy.
Sport wurde immer wie populärer und die Sportkleidung musste bequem und beweglich sein. Der Rocksaum wurde immer wie kürzer. Mitte 20er ging er sogar, bis zu den Knien.
Gegen Ende der 20er kamen wieder Figurbetonte Kleider auf. Die Taille rückt wieder an ihre normale Stelle. Weiblichen Kurven durften wieder gezeigt werden. In der Abendmode um 1927 wurden die Rockzipfel verlängert und die Damen trugen Schärpen, welche die Rocksäume teilweise noch mehr verlängerten. 1928 trugen sie Pfauenschweif-Abendkleider, welche vorne kurz waren und hinten lang. 1929 waren Bodenlange Kleider wieder angesagt.
Die Frauen schminkten sich mit sehr hellem Puder und besonders viel Rouge. Sei hatten meistens dunkle Lippen und hatte sehr dünne hohe Augenbrauen. Die Haut war immer noch sehr hell. Russische Adelige trugen oft die so genannten „beaded Lashes“. Auf deutsch heisst das „Perlen Wimpern“. Bei diesem Trend wurden mehrere Wimpern zusammengebündelt und am Wimpernabschluss mit einer kleiner Perle aus flüssiger, wachsartiger Augenschminke verzieht.
Die Frisuren in den 20er waren sehr jungenhaft. Für die Damen der Zeit, war das wie eine Freiheit, dass sie ein wenig wie ein Mann aussehen. Eine Schriftstellerin namens Colette hatte 1903 eine Frisur gewagt die Bubikopf (Bob) hiess. Jedoch wurde diese Frisur erst um 1917 zum Trend, als Coco Chanel diese Frisur auch mache. Für ein weichen Touch, wurden die Haare meistens in Wellen gelegt.
Herrenmode 1920:
Die Herren trugen breite Krawatten mit Mustern, die passend zu den neuen Hemden ausgewählt waren. Diese Hemde hatten neuerdings einen Kragen. Die Männer trugen meistens nur helle Hemde.
Die Sakkos hatten meistens eine hohe Taille und waren auch nicht besonders Breit geschnitten, da sie meistens zugeknöpft wurden. Die Hosen waren auch relativ schmal, kurz und gerade geschnitten. Jacken sahen aus und waren wie Uniformen im Militär geschnitten, da sich der 1. Weltkrieg extrem auf die Mode auswirkte.
An formalen Festen trugen die Herren der 20er meistens schwarze oder nachtblaue Jacken (Cutaway/Frack) mit Satin Futter und passenden Hosen. Auf beiden Seiten der Hose verlief ein Satin oder gewobenes Band. Die Herren trugen eine weisse Fliege, einen weissen Zylinder, weisse Glacé-Handschuhe und Lackleder Schuhe. Als Verfeinerung trugen sie ein weisses Seidentuch und eine weisse Blume.
Das Frack durfte nur mit einer weissen Fliege und einem Zylinder kombiniert werden und der Smoking nur mit einer schwarzen Fliege und ein Bowler (Melone) kombiniert werden. Diese Anzüge durften jedoch nur, an formellen Anlässen nach 18:00 Uhr getragen werden. Gehröcke und Cutaways wurden nur noch an formellen Anlässen getragen.

Hüte, Handschuhe und Mäntel galten als Dresscode für die Männer der 20er.
Businessmode war sehr stielvoll und elegant. Sie trugen meistens dunkle Anzüge. Sehr wichtig waren, die so genannten Stresemanns.
Nach 1925 wurden die Hosen und die Mäntel wieder breiter und die Sakkos hatten wieder eine normal hohe Taille.
Die Hüte waren je nach Klasse verschieden, damit man die verschiedenen Klassen erkennen konnte. Die Oberschicht trug meistens Zylinder und aus Filz gefertigten Homburg-Hüte. Die Gutbürgerlichen Männer trugen Borsalinos aus Filz oder kleine Moelone oder Trilby Filzhüte und in der Sommerzeit trugen sie klassische Strohhüt. Die Männer Arbeitsklasse trugen wollene Schiebermützen. Die Taschenuhr wurde ausserdem von der Armbanduhr abgelöst.



